KRANKIKOM

Neubau, Büro, Massivbau / Stahlbau

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OVERVIEW

Direkt an der alten Hebebrücke am Schwanentor und der Anlegestelle der Ausflugsschiffe der Weißen Flotte gelegen, entstand ein neues Bürogebäude im Duisburger Innenhafen mit sieben aufgehenden Geschossen und einem Technikgeschoss auf dem Dach. Der Neubau, bei dem insgesamt circa 4.500 Quadratmeter Büroflachen und Nebenflächen entstanden, steht in unmittelbarer Wassernähe und wird gemeinhin als Kranikom-Haus bezeichnet.

Die WSK Ingenieure übernahmen die Leistungen der Tragewerksplanung in den Leistungsphasen 1 bis 6 und durften somit neben der Bearbeitung des benachbarten neuen Hotelgebäudes erfreulicherweise einen Beitrag zur Neugestaltung des Innenhafens leisten. Entwickelt wurden beide Neubauten durch die SPE Schwanentor Projektentwicklung GmbH.

Der Entwurf des Architekturbüros der Koschany + Zimmer Architekten GmbH (KZA) aus Essen spiegelt den alten Hafencharakter wider. Eine fünf Meter weit gespannte Auskragung in Richtung Hafenbecken im 4. und 5. Obergeschoss und eine weitere Auskragung über dem 1. und 2. Obergeschosses bilden diesen Charakter sehr plakativ ab. Die untere Auskragung wird über im Inneren angeordnete Zugdiagonalen, die über zwei Geschosse verlaufen, zurückgehängt. Diese Auskragung erzeugt gleichzeitig einen überdachten Außenbereich, der im Erdgeschoss angeordneten Gastronomiefläche.

Das Gebäude wurde in Massivbauweise erstellt. Lediglich der sogenannte Wolkenbügel der Dachterrasse erhielt eine Stahlunterkonstruktion. Im 6. Obergeschoss befinden sich eine großzügige Dachterrasse und ein stützenfreier Veranstaltungsraum. Dieser Veranstaltungsraum wird von einer vorgespannten Fertigteildecke überspannt. V-Stützen im Erdgeschoss bewirken ein weiteres architektonisches Highlight. Hierbei konnten die Knotenpunkte in enger Abstimmung zwischen der ausführenden Firma und den WSK Ingenieuren entwickelt werden, um einerseits die erforderliche Bewehrung einbaubar zu machen und andererseits das Schalungssystem zu berücksichtigen. Gelöst wurden diese Details durch die Verwendung von Schraubanschlüssen.
Die Aussteifung des Gebäudes erfolgte über den zentral angeordneten Aufzug- und Treppenhauskern. Im Inneren sind innerhalb der Büroflächen zusätzliche Erschließungstreppen eingeplant, um Geschosse direkt miteinander zu verbinden. Die bereits erwähnte Auskragung über dem dritten Obergeschoss konnte statisch durch eine sogenannte Vierendeel-Betonkonstruktion entlang der wasserzugewandten Seite erzeugt werden. Hierbei wirkt die durch Fensterflächen perforierte Betonwand als Scheibe mit biegesteifen Ecken neben den großzügigen Öffnungen. Diese Scheibe wird durch die Wandscheiben in den Außenachsen und einem auskragenden wandartigen Träger im Innenbereich zurückgehängt. Für den Bauzustand wurde ein über 14 Meter hohes Raumgerüst erforderlich, welches separat zusätzlich auf Pfählen gegründet wurde.
Das Gebäude an sich gründet ebenfalls auf Beton-Bohrpfählen, welche die Lasten in die in circa acht Meter Tiefe beginnende Tragschicht abtragen. Bei der Anordnung der neuen Pfähle musste die Rückverankerung der vorhandenen Uferböschung berücksichtigt werden, damit keine Kollisionen entstehen und damit die Tragfähigkeit der Böschung weiterhin sichergestellt bleibt.
Nachhaltigkeitsaspekte wie eine Solaranlage auf dem Dach oder Ladestationen für Elektroautos wurden geplant, um auch hier einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten Modernste Netzwerktechnik sowie energieeffiziente Heizung und Kühlung im Niedrigenergie-Standard. Ebenso hat der Bauherr als digitaler Dienstleister eine digitale Haustechnik integriert, die per App mit dem Smartphone gesteuert werden kann.

Bauherr

KRANKIKOM Alexander Kranki Kommunikations GmbH
KZA – Koschany + Zimmer Architekten

Eckdaten

ca. 4.500 m² BGF
Start 02/2016
LPH 1-4

Leistungen/Merkmale
  • Bürogebäude im Duisburger Binnenhafen direkt am Hafenbecken
  • Sechs Obergeschosse zuzüglich eines Technikgeschosses
  • Großzügige Dachterrasse und stützenfreier Veranstaltungsraum im 6.OG
  • Zwei bis zu 5m auskragende Bereiche
  • Gründung auf Pfählen
  • V-Stützen im Erdgeschoss und Diagonalen in Obergeschossen