DOM CARRÉE KÖLN

Bauen im Bestand, Hotel, Massivbau

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OVERVIEW

Das überwiegend unter Denkmalschutz stehende Gebäudeensemble „Dom Carré“ in der Kölner Altstadt wurde im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer nach einem Entwurf der Büros ksg Architekten Köln und ingenhoven architects Düsseldorf in großen Teilen entkernt, denkmalgerecht saniert und um- bzw. neugebaut. Die Ausführungsphase wurde von den Pfeffer Architekten aus Köln begleitet.

Aufgrund umfangreicher Baumängel wurde im Zuge der Gesamtbaumaßnahme Dom Carré der komplette Hotelbereich mit Ausnahme der denkmalgeschützten Gebäudeteile entkernt und wieder neu aufgebaut. Die Gebäudeteile am Wallrafplatz und Am Hof wurden fast vollständig zurückgebaut und ebenfalls neu errichtet. Das zum Domkloster ausgerichtete, denkmalgeschützte Blau-Gold-Haus wurde, unter Erhalt der vorhandenen Gebäudestruktur, generalsaniert.

Die Tragkonstruktion des Hotels hinter der historischen Fassade, wurde über alle Geschosse neu in Massivbauweise errichtet und durch ein durch ingenhoven architects entworfenes Staffelgeschoss, welches als Stahlkonstruktion konzipiert wurde, ergänzt. Im ersten Untergeschoss wurde die bestehende Gründung unterfangen und tiefer geführt, um die Erstellung eines zusätzlichen zweiten Untergeschosses zu realisieren.

Die vorhandene Bausubstanz, des über 100 Jahre alten Dom Hotels war massiv geschädigt, sodass eine Sanierung weder aus statisch-konstruktiver, brandschutztechnischer sowie bauphysikalischer Hinsicht, wirtschaftlich umsetzbar gewesen wäre. Ein Großteil der Fassade, sowie das historische Haupttreppenhaus, die Lobby und der Erschließungsflur stehen unter Denkmalschutz und mussten gesichert und erhalten bleiben. Teile wurden zurückgebaut und nach Fertigstellung des Gebäudes wieder an Ort und Stelle eingesetzt.

Das neue innere Tragwerk wurde in Stahlbetonbauweise errichtet. Aufgrund der Flexibilität wurde ein Flachdeckensystem gewählt und in den Bereichen mit notwendiger Stützenfreiheit kamen Unterzüge zum Abfangen der darüberliegenden Geschosse zum Tragen. Im Bereich der denkmalgeschützten Fassaden wurde eine massive Stahlkonstruktion für die temporäre Fassadensicherung im Bauzustand notwendig. Zur Aussteifung wurden einige wenige Stahlbetonwände und die Treppenhauskerne herangezogen. Als Einspannebene für die Erdbebenbemessung wurde die UG‑Decke des Gebäudes angesetzt. Die gewählten Deckenspannweiten betragen im Mittel zwischen 6,0 und 9,0 Meter.

Jede zweite vorhandenen Fassadenstütze, bestehend aus mit Sandstein verkleidetem Ziegelmauerwerk, wurde durch eine dahinterliegende neue Stahlbetonstütze verstärkt, welche die neuen, wesentlich höheren Gebäudelasten bis in die verstärkte Gründung ableiten und im Endzustand die angeschlossene historische Fassade sichern.

Das Büro IDK Kleinjohann hat die Leistungsphasen 1 – 6 und 8 des Dom Carré inkl. der Erdbebennachweise und der Nachweise des konstruktiven Brandschutzes bearbeitet. Auch ohne eine gemeinschaftliche Planung in der BIM-Methodik wurde das Projekt intern vollständig und von Beginn an mit einem räumlichen Konstruktionsmodell geplant, das ebenso für die Ableitung der Pläne genutzt wurde als auch für die Erstellung eines räumlichen Berechnungsmodells diente. Dadurch konnte vor allem die Bemessung der architektonisch herausragenden Bauteile wirtschaftlich optimiert erfolgen und wesentliche Gebäudekennzahlen konnten über die Planungszeit verfolgt werden.

Das Dom Carré Köln stellt eine anspruchsvolle Gebäudekonzeption mit hoher historischer, städtebaulicher und architektonischer Qualität dar. Der Standort bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Gastronomie, Hotel, Büro, Handel und Dienstleistung in direkter Nachbarschaft zum Kölner Dom und vor dem großflächigen Roncalliplatz mit dem Römisch-Germanischen-Museum im Hintergrund. Das Dom Carré ist zugleich einer der Zugänge zur historischen Altstadt sowie zur Hohe Straße, der Geschäfts- und Einkaufsmeile der Stadt Köln.

Bauherr

BVK ksg architekten und stadtplaner gmbh
ingenhoven architects gmbh

Eckdaten

24.900 m² BGF
Start 09/2012
LPH 1-6 & 8

Leistungen/Merkmale
  • Entkernung mit Erhalt der denkmalgeschützten Fassade und des Treppenhauskerns
  • Aufstockung mit Stahlkonstruktion
  • Neubau 5-Sterne+ Hotel
  • Sämtliche Planung unter Berücksichtigung der logistischen Einschränkungen an exponierter Stelle
  • Berücksichtigung vieler Bauzustände