CARRÉ BELGE

Neubau / Bauen im Bestand / Hotel / Massivbau / Stahlbau

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OVERVIEW

Auf dem Innenhof der Bürogebäude Hohenzollernring 79-83 ist ein Hotelkomplex mit eingeschossiger Tiefgarage und Teilunterkellerung im 2.Untergeschoss entstanden.

Im Zentrum Kölns zwischen dem Belgischen Viertel und dem Gerlingquartier wurde in unmittelbarer Nähe zum Friesenplatz das ehemalige Capitoltheater abgebrochen. Das ursprünglich zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtete Kammerspielhaus Deutsches Theater wurde Ende der 1920er Jahr zu einem Kino mit über 2000 Sitzplätzen umgebaut. Nach dem Krieg wurde das Capitol wieder aufgebaut und bis Anfang der 1990er Jahre als Kino genutzt. Im Anschluss folgte die Nutzung als Fernsehstudio und nach erneutem Umbau bis zum Abriss im Jahr 2018 als Galeriefläche.

Durch den Komplettabbruch des ehemaligen Kinosaales und den Neubau wurde die Innenhofbebauung durch einen Hotelneubau ersetzt. Hierbei musste ein Teil der Rückfassade des verbleibenden Vorderhauses abgefangen werden, da die alte Tragkonstruktion für 2 sogenannte Butzen (rückseitige Flächenerweiterungen im 1.Obergeschoss, welche erhalten bleiben mussten) bis in den abzubrechenden Teil hineinragte. Als Kompensation wurden zwei Stahlstützen im Erdgeschoss und Untergeschoss inkl. neuer Gründung vor dem Abriss eingebaut, die einen 22 m langen Stahlträger unterstützen.
Das neue Hotel wird durch die Vorderhäuser erschlossen, indem eine vorhandene Durchfahrt für die Erzeugung eines Fußgängerdurchgangs erweitert wurde. Gleichzeitig konnte durch diese Erweiterung eine Baustellenzufahrt im engen Areal geschaffen werden. Eine zweite Baustellenzufahrt wurde im Inneren des Bestandsgebäudes inkl. neuer Fundamente als Provisorium integriert. Durch die Lage an der Giebelwand musste die Tragfähigkeit untersucht und die Wand letztendlich abgestützt werden. Die zuvor erwähnte Hauptdurchfahrt zum Hotel ermöglicht nun die Befahrung und Belieferung des Hotelkomplexes. Das Hotel ist für ca. 170 Zimmer ausgelegt. Im Erdgeschoss wird ein Supermarkt integriert, der durch die revitalisierten Vorderhäuser erschlossen wird. Hier wurden aufwändige Maßnahmen ergriffen, um die Verkehrslasten zu erhöhen und um aufgehende Bauteile abzufangen. Ebenso wurden Erschließungen integriert.

Das Gebäude liegt in der Erdbebenzone 1, so dass die Aussteifung nicht nur für die Windkräfte und die Schiefstellung erfolgen musste. Das Gebäude, welches in Massivbauweise erstellt wurde, schmiegt sich durch die begrünten Terrassen harmonisch in die Umgebung ein. Diverse Rücksprünge in der Kubatur lassen einige Gebäudeteile weit auskragen. Die kaskadenartige Abtreppung der Obergeschosse erzeugt die notwendigen Abstandsflächen, die bei einer Innenhofbebauung eine besondere Herausforderung darstellen. Eine Besonderheit ist ein vorgespannter Stahlbetonunterzug, der die Tiefgarageneinfahrt (die Tiefgarage befindet sich im 1.UG) überspannt und gleichzeitig Lasten aus einem auskragenden Kubus aufnimmt.
Das Gebäude wird sowohl auf einer elastisch gebetteten Bodenplatte als auch auf Streifen- und Einzelfundamenten gegründet. Da das 2.Untergeschoss, welches für Nebenräume, Lager und Technik konzipiert ist, lediglich in der Mittelzone ausgebildet wurde, stellte dieses eine besondere Herausforderung dar. Die Untergeschosse wurden in WU-Bauweise erstellt, da anstauendes Sickerwasser nicht ausgeschlossen werden konnte.
Die begrünten Dachflächen sollen positiv zum Stadtklima beitragen und ein Biotop für Tiere und Pflanzen bilden.

Bauherr

Proximus Köln
ingenhoven architects

Eckdaten

ca. 5.800m² BGF
Start 09/2017
LPH 1-6

Leistungen/Merkmale
  • Hotelkomplex mit 181 Zimmern, verteilt auf 6 Obergeschosse
  • Lobby und Handel im Erdgeschoss
  • Erschließung der Handelsfläche durch das Vorderhaus
  • Tiefgarage im 1. Untergeschoss und Technikräume im 2. Untergeschoss
  • Hotelzufahrt durch das Vorderhaus
  • Sicherung des Vorderhauses durch rückverankerte HDI-Unterfangungen