AM TACHELES

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OVERVIEW

Auf einem 23.346 m² großen Grundstück im Herzen von Berlin entsteht ein Stadtquartier das dem historischen Viertel, zu dem auch das weltbekannte Kunsthaus Tacheles gehört, neues Leben einhauchen wird.

Die zum Bauvorhaben gehörenden zehn Gebäude, die eine oberirdischen Geschossfläche von ca. 98.800 m² umfassen, sind um drei öffentlich zugängliche Plätze bzw. Passagen und einen privaten Hofgarten angeordnet. Die Nutzung, die sich auf bis zu 7 oberirdischen Etagen verteilt, umfasst Büroflächen, Wohnungen für einen gehobenen Anspruch sowie Einzelhandelsflächen die kleineren Ladenlokale aber auch Vollsortimenter umfassen. Die Vielfältigkeit der Nutzung wird auch durch die unterschiedliche Architektursprache der Gebäude unterstützt. Das Stadtquartier bietet zudem eine Tiefgarage mit ca. 400 Stellplätzen.

Im Rahmen eines Joint Ventures für den Bereich der Tragwerksplanung mit einem anderen Ingenieurbüro war WSK für die Tragwerksplanung der Gebäudeteile verantwortlich, in denen sich die Retailflächen und der wesentliche Teil der Büros befindet. Der Leistungsbereich von WSK umfasste dabei die Bauteile SCAPE, SCALE und ORO sowie die diesen Bauteilen zugeordneten Bereiche der Untergeschosse. Für die herausragende Architektur der drei Gebäude zeichnet das bekannte Architekturbüro Herzog & de Meuron verantwortlich. Die Planung der Untergeschosse erfolgte durch das Büro RKW Architektur +.

Alle Gebäude sind Stahlbetonbauten in Skelettbauweise. Die Geschossdecken sind Flachdecken auf Stützen, ergänzt um wenige, zur Aussteifung notwendige Wände im Bereich der Treppen- und Aufzugskerne. Dieses Konzept stellt eine Maximierung der Flexibilität der Nutzflächen sicher. Die Unterzugsfreiheit ermöglicht kollisionsfreie Nachinstallationen der technischen Ausrüstung.

Die Fassaden der beiden Bauteile des SCAPE, welche eine Passage bilden, sind ab dem 2. Obergeschoss geneigt, so dass sich die Passage nach oben aufweitet. Im 6. Obergeschoss werden die beiden Gebäude im Bereich des sogenannten Oktagons sowie entlang der Friedrichstraße durch drei Brücken verbunden. Zusätzlich gibt es im 6.Obergeschoss des Oktagons weit auskragenden Balkone, die am Ausgang des Oktagons zur Fassade jeweils durch Verbindungsbrücken gefasst werde. Sowohl die Brücken als auch die Balkone sind (Teil-)Fertigteile.

Die elastisch gebettete Bodenplatte sowie die Umfassungswände der beiden Untergeschosse wurden als Weisse Wanne ausgebildet, so dass keine zusätzlichen äußeren Abdichtungsmaßnahmen erforderlich waren. Zur Reduktion der Rissbewehrung in den Außenwänden wurden in regelmäßigen Abständen Schwindrohre angeordnet, um die Rissbildung zu steuern.

Der Neubau wurde innerhalb einer wasserdichten Trogbaugrube (hier fehlt immer noch ein Verb im Satz), bestehend aus vertikalen, nach innen abgestützten bzw. rückverankerten Schlitzwänden und einer hochliegenden HDI-Dichtsohle. Da der hochliegenden Dichtsohle die Erdauflast zur Auftriebssicherung fehlt, wurde diese durch das Einbinden von temporären bzw. dauerhaft wirksamen Auftriebspfählen sichergestellt. Da insbesondere in den nicht überbauten Bereichen der Höhe bzw. der Passage im Bauteil SCAPE auch im Endzustand nur wenig Auflast auf die Gründung wirkt, wurden die Pfähle auch in die Bodenplatte des Bauvorhabens eingebunden. Durch dies Maßnahme konnte zudem die Wasserhaltung der Baugrube früher abgeschaltet werden, obwohl der Baufortschritt noch nicht ausreichend Auflast bereitgestellt hat.

Die Planung des Tragwerks erfolgte unter Einsatz der beiden Programme Revit und Sofistik unter Berücksichtigung der BIM-Methodik.

Bauherr

pwr development Gmbh

Architekt

Herzog & deMeuron
Grüntuch Ernst Architekten
Brandlhuber+ Muck Petzet

Eckdaten

98.800 m² (oberirdisch)
LPH 1-6

Leistungen/Merkmale
  • Neubau Gewerbe und Wohnen
  • Flachdecken
  • Geneigte Fassade
  • Auftriebssicherung durch Anker
  • Trogbaugrube
  • Verbindungsbrücken zwischen FPN und FPS als Halbfertigteile
  • nichttragende Koppelstützen zur Verformungsbeschränkung in der Fassadenebene